Sunset
it´s all about the unknown

wisst ihr, es ist schon komisch wenn man sein leben lang nach antworten sucht, irgendwann sogar auf einen wie man so schön sagt "vernünftigen nenner" kommt aber trotzdem alles irgendwann anfängt zu bröckeln..

hast du mich vor einem jahr noch gefragt gibt es gott hätte ich mit sicherheit mit NEIN geantwortet, und wenn wir zusammen gekifft hätten hätte ich dir auch lang und breit erklärt wieso.

die menschheit hat immer nach beweisen für gottheiten in der natur gesucht. das hat aber irgendwann so weit geführt, dass sich wie zB im christentum ein viel zu egozentrisches weltbild herauskristallisiert hat, weil sie den menschen als das perfekte, also als das abbild gottes sah (und sieht)..
darauf wurde ein glaube gestützt (?!absurd!?).........

wahrscheinlich haben wir deswegen gott personifiziert.. natürlich!, es macht ja auch vieles einfacher..
aber ich kann mich einfach nicht mit diesen gedanken, mit dieser schlichten einfachheit zufrieden geben.

wenn man das alles objektiv betrachtet kommt man unweigerlich zu dem schluss, dass an der sache was faul sein muss...

ich hab darauf hin versucht mit hilfe verschiedener philosophischer denkrichtungen mein eigenes sehr rationales weltbild zu schaffen. und es bröckelt, und zwar aus ähnlichen motiven heraus, wie es auch bei den christen mir gegenüber geschah. ich hab nämlich genau wie sie auch in der natur nach beweisen für mein denken gesucht...

klar, der mensch ist ein mängel und handlungswesen, und darwin hat verdammt noch mal recht.
wenn du mich fragst, hat der mensch keine seele.
aber vor einem jahr hätte ich gesagt wir sind rein biologische lebensformen, liebe beruht auf geruchsstoffe, dejavus sind auf kommunikationsdifferenzen in den synapsen zurückzuführn, das "ich"denken generell gesehn ist rein biologisch.

und heute abend?

irgendwie wars viel zu dreist, viel zu feige und vorallem viel zu einfach, mir alles so herzuleiten.

ich muss euch erklären wie es zu meinen zweifeln kam.

ich sah mich auf einmal wie ein junges dass von der mutter allein gelassen im nest liegt, verwundbar. schutzlos.
ich besitze keinen glauben, in den ich mich flüchten kann, der mir schutz und geborgenheit gibt. niemand beschützt mich vor mir selbst, vor meiner eigenen ungewissenheit.

ich hab immer versucht mich emotional in die geborgenheit zu retten. sei es sex, sei es ein gemeinsamer abend, kuscheln vor dem fernseher, oder sei es einfach nur eine kurze berührung eines freundes in der sushibar, und wenn dieser jemand nur kurz deine hand berührt hat.

es gibt mir kraft

aber jetzt bin ich an einem punkt, wo ich "übersinnliches" oder philosophisch betrachtet "rational nicht erklärbares" nicht mehr ignorieren kann...


natürlich hab ich solche sachen schon erlebt, und auch hab ich gewisse dinge von freunden gehört, und allein schon in der art wie sie versucht haben es mir zu erklären, hätte ich die energie (etwas das man nicht verneinen kann) sehen müssen.

ich hab angst, weil ich jetzt nicht mehr die sicherheit besitze, dass die welt so gestrickt ist wie ich mir vorgestellt habe..

da ist jetzt etwas großes unbekanntes, und auch wenn es wahrscheinlich etwas sehr positives ist, es macht mir angst.

und es wirkt sich auf mein ganzes denken, mein ganzen I C H aus, und das durch die bloße existenz (nur in meinem kopf?)


in der phase in der ich mich befinde, ungebunden, freidenkend, so ziemlich mein eigener herr (oder zumindest eine schöne illusion davon) bin ich äußerst empfindlich für emotionales was die sache zusätzlich erschwert.

ich kann mich nicht mehr einfach nur verlieben, es ist nicht mehr nur das entdecken des anderen, des verzaubert werdens, des vernichtend schönen..

es ist mehr, es ist das entdecken meines eigenen selbst, ich steh vor mir, ich steh über mir, ich lieg am abgrund, und in meinem kopf lieg ich vielleicht in ihren armen.

und das ist nur ein beispiel, es ist hart zu sehen, dass es nicht mehr reicht sich in freundschaften zu retten, liebkosungen zu erfahren.

was religionen vermitteln wollen, diesen "göttlichen funken", das ist das was mir im moment fehlt... dieses stückchen "mehr" das nicht da ist macht einsam.

wie ihr seht bin ich noch zu absolut keiner lösung gekommen, nicht mal zu einer vernünftigen erklärung und das ist erschreckend (vorallem wenn man bedenkt wie suverän ich immer versuche, alles zu "rationalisieren")...


ich kann mich im moment nicht genug damit beschäftigen weil freunde wie auch ich selbst im moment viele hürden zu nehmen haben und viele wogen zu glätten aber diese gedanken schwingen bei mir immer mit...

ich bin zum ersten mal hilflos
1.1.07 19:54
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ich / Website (22.3.07 16:23)
hi!
Ich kenn dich zwar nicht und ich bin eigentlich durch ein versehen auf die Seite gekommen. Aber wenn ich das richtig verstanden hab überlegst du im moment, ob es vielleicht doch etwas übermenschliches gibt. Vielleicht bin ich jetzt nur ein kleiner Zwerd, der dir irgend ein scheiß erzählen will. Aber ich will dir nur sagen, dass ich als Christin viele echt tolle erfahrungen mit Gott gemacht hab. Und, dass er auch überhaupt nicht uncool ist. Erzähl ihm das alles hier doch mal... ich bin mir ziemlich sicher, dass er dich versteht und dir auf irgendeine weise helfen will.

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